Orthopädische Gelenk-Klinik

Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie) und Spreizfußfehlstellung

Metatarsalgie ist die allgemeine Bezeichnung von Mittelfußschmerzen. Dieser Begriff sagt nichts über die Ursache des Mittelfußschmerzes aus. Es können eine Vielzahl von Erkrankungen zu Mittelfußschmerzen führen.

Definition von Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie

Schmerzen, die in den Mittelfußbereich treten, spürt der Patient besonders beim Gehen oder Abrollen unter Belastung. Selten bestehen Ruheschmerzen. Verschiedene Formen der Mittelfußschmerzen unterscheiden sich z.B. darin, dass Schmerzen auch beim Barfuß gehen vorhanden sind oder Schmerzen ausschließlich im Schuh auftreten. Die Phase, in der beim Gehen der Schmerz eintritt, ist je nach Erkrankungsursache verschieden.

Ursachen der Metatarsalgie sind vielfältig. Der untersuchende Fußspezialist unterteilt die Mittelfußschmerzen nach der Ursache der Beschwerden.

Terminologie: Verwandte Begriffe zu Metatarsalgie

  • Mittelfußschmerz
  • Morton Neurom
  • Arthritis
  • Marschfraktur, Stressfraktur bzw Marschverletzung

Ursachen der Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen)

Die Schmerzen können im Stehen durch Nervenreizung oder chronische Nervenentzündung, ein sogenanntes Morton Neurom entstehen.

Weiterhin können Schmerzen aus den Gelenken der Grundgelenke der Zehen resultieren. Dies entsteht häufig durch chronische Überlastung.

Verschiedene Formen der Kapselverletzung, sogenannte plantare Plattenverletzung oder auch eine Arthritis durch mechanische Überlastung im Rahmen einer Instabilität/Mehrbeweglichkeit in den Gelenken durch jahrelange Überbelastung der Gelenke. Die Bindegewebsschwächen können für solche arthrogenen Beschwerden ursächlich sein.

Auch Schuhkonflikte sind eine ernst zu nehmende Ursache.

Wie führt die spreizfußbedingte Überlastung der Mittelfußköfpchen zu Schäden am Mittelfußes?

Ein Spreizfuß ist eine Aufweitung der Mittelfußknochen mit veränderter Belastung des Vorfußés durch eine Veränderung der Druckverhältnisse. Eine Entzündung im Mittelfußknochen durch mechanische Überlastung oder auch Reizungen der Mittelfußköpfchen und der Gelenke sind die Folge.

Eine Entzündung, ebenso wie Sehnenganglionen, also kleine Schleimhautaussackungen aus den Gelenken oder Sehnen können eine Folge des Spreizfußes sein.

Häufig treten diese Beschwerden zusammen mit Großzehenfehlstellungen auf. Hier ist besonders die Hallux valgus Fehlstellung zu nennen. Bei dieser Fehlstellung wird der erste Mittelfußknochen verändert belastet, dies führt zu Überlastungsbeschwerden beim Gehen und Stehen der benachbarten Mittelfußknochen. Man nennt diesen Mittelfußschmerz die sogenannte Transfermetatarsalgie.

Verlauf der Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen)

Verschiedene Ursachen für Mitteflußschmerzen haben verschiedene Verläufe und auch verschiedene verschiedene charakteristische Symptome.

Der plötzliche Schmerzbeginn mit massiven Beschwerden kann durch ein Stressfraktur bedingt sein. Das langsam sich verschlechternde Beschwerdebild im Schuh kann durch chronische Nervenreizung im Rahmen eines Morton Neurom entstehen.

Typische Symptome der Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen)

Der Spezialist verwendet verschiedene diagnostische Methoden um die verschiedenen Krankheitsentitäten des Mittelfußschmerzes zu unterscheiden und daraus die best wirksame Therapieempfehlung zu geben.

Diagnose und Untersuchung der Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen)

Röntgenuntersuchungen in Belastung - also im Stehen - sind neben pedobarographischen Untersuchungen zur Bestimmung der Druckverteilung in der Dynamik unter dem Fuß sinnvoll.

Ergänzend helfen hochauflösende kernspintomographische Untersuchungen in spezieller Technik zur Differenzierung verschiedener Ursachen von Mittelfußschmerzen.

Vor einer operativen Maßnahme muss aus meiner Sicht die Kernspintomographie mit Kontrastmittel in Bauchlage durchgeführt werden. Die Beurteilung durch einen spezialisierten Radiologen zusammen mit einem spezialisierten fußchirurgischen Orthopäden sind unabdingbar.

Therapieziele und Methoden bei Mittelfußschmerzen

Konservative Therapie bei Mittelfußschmerzen hängt wesentlich von der Entstehungsursache ab. Sicherlich ist eine vermehrte Bewegungsfähigkeit in den Gelenken, eine sogenannte Instabilität, durch eine klassische Einlagenversorgung mit einer Erhöhung unter dem Mittelfußbereich nicht ausreichend für eine Symptombesserung. Diese Patienten bedürfen neben der Einlage zusätzlich eine Einsteifung in diesem Bereich. Auch eine entsprechende angepasste Schuhversorgung ist hier sinnvoll.

Wenn andere Metatarsalgieursachen, wie im Rahmen des Spreizfußes, eintreten, können normale Einlagen möglicherweise hilfreich sein.

Bei zusätzlicher Nervenveränderung wie dem Morton Neurom werden Pelotten speziell auf den erkrankten Bereich ausgerichtet und der Bereich unter dem Morton Neuron gebettet.

Die verschiedenen Formen der Einlagenversorgung in Abhängigkeit von der vermuteten oder gesicherten Ursache des Mittelfußschmerzes sind in unserem Fuß- und Sprunggelenks-Zentrum an der Tagesordnung und wichtig. Mittelfußschmerz-Therapien mit Injektionsbehandlungen kommen nur teilweise zur Anwendung.

Hier können verschiedene Formen von Medikamenten u.a. Cortison oder auch aus Eigenblut gewonnene Seren zur Anwendung kommen. Über die Form des Mittelfußschmerzes sind die Zehenstellung sowie die Gesamtfußstellung ganz wesentlich für die Therapieentscheidung sowohl konservativ als auch operativ.

Bei Mittelfußschmerzen sind im konservativen Behandlungsbereich Einlagen allein nie ausreichend. Ein zusätzlich selbst durchgeführtes Trainingsprogramm zur aktiven Stabilisierung und zum aktiven Training der Fußmuskulatur sind unabdingbar, da häufig der Verlust der aktiven Muskelfunktion der kleinen Fußmuskeln Ursache der Beschwerden war und ist.

Verhaltensanpassung und Selbsthilfe

Das Tragen von spitz zulaufenden Schuhen oder Schuhen mit hohen Absätzen sollte möglichst sparsam erfolgen.

Operations-Indikation bei Metatarsalgie

Die Entscheidung des Patienten, eine Operation durchführen zu lassen, sind mannigfaltig. Abhängig von der Krankheitsursache sind hier eine Vielzahl von Maßnahmen möglich. Heute sind schonende Therapieverfahren im Rahmen der perkutanen minimal-invasiven Fußchirurgie möglich. Bei kleineren Morton Neuromen ist hier eine endoskopisch unterstützte minimal-invasive Neurolyse durchzuführen. Bei sehr großen Nervenveränderungen allerdings weiterhin die offene Neurektomie, also die offene Entfernung des Nerven von der Fußoberseite. Weiterhin sind Mittelfußbeschwerden z.T. allein durch die Behandlung der Großzehenfehlstellung des Hallux valgus entsprechend therapierbar.

Bei weiteren Mittelfußschmerzen können minimal-invasiv durchgeführte Verfahren mit Verkürzung oder Anhebung der Mittelfußknochen hilfreich sein.

Nachbehandlung bei Operationen am Mittelfuß

Die Nachbehandlung nach Mittelfußeingriffen ist nicht immer gleich, doch sind 4-wöchige Mobilität und einem Verbandschuh, einer starren Fußsohle, häufig indiziert. Bleibende Schwellung auch über eine längere Zeit sind nach Vorfußeingriffen denkbar.

Die begleitende Zehenfehlstellung muss ebenfalls therapiert bzw. analysiert worden sein, um erfolgreich die Therapien einleiten zu können.

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Dr. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie an der Orthopädischen Gelenk-KlinikDr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie

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